Ich war nur 24h auf der geschützten Station, aber das hat auch absolut gereicht. Die Station ist alt, heruntergekommen, grau, dunkel. Perfekt, wenn man eh schon jeden Lebenswillen verloren hat.
Das Zusammenlegen von PatientInnen mit Fremd- und solchen mit Eigengefährdung, (dazu noch eine große Zahl von Sucht-Psychosen, Einzugsgebiet Frankfurter HBF eben) ist die eine Sache, aber das Problem besteht auf sogut wie jeder geschlossenen Station. Was ich vor allem rückblickend schockierend finde, ist die fehlende Wachsamkeit/das fehlende Interesse des Personals. Ich weiß nicht, wie es sein kann, dass mitten in der Nacht ein Mann in der Tür zu unserem (Frauen-)Zimmer stand, und überzeugt erzählt hat, dass wir bald alle sterben werden und er uns alle umbringt, und es niemanden interessiert.
Meine Medikation wurde ohne Rücksprache mit mir und ohne Dokumentation, wie ich später im Arztbrief gesehen habe, stark erhöht, was sowieso ein Unding ist, aber bei Benzos doch nochmal ein Stück gefährlicher wird.
Dank der ungründlichen Taschen-Kontrolle bei der Aufnahme hatte ich die Möglichkeit, mir das Leben zu nehmen, habe das auch versucht - es hat niemanden interessiert, dass ich über eine Stunde lang auf der Toilette war. Ich bin "gescheitert", kam wieder raus, und niemand da hat auch nur irgendetwas mitbekommen.
Ich habe von anderen ehemaligen PatientInnen noch viel schlimmere Dinge gehört, die sie vor Ort gemacht haben, ohne es groß verstecken zu müssen, weil eh niemand aufpasst und niemanden interessiert, ob und wie man sich verletzt.
Ich verstehe wirklich nicht, wie man es vertreten kann, Menschen in der größten Notlage so zu ignorieren und sich selbst zu überlasten. Mir ist bewusst, dass geschlossene Stationen keine schönen Orte sind und sein sollen, aber das geht so viel weiter als andere Stationen, die ich kenne. Nichts rechtfertigt solche Umstände.